Vytautas Jurevicius


* 1981 in Palanga, LIT
lebt in Berlin

In seiner künstlerischen Praxis kombiniert Vytautas Jurevicius Symbole, gefundene Objekte, Musik, Kostüme und performative Gesten. In den daraus entstehenden Collagen thematisiert er die Rituale des menschlichen Miteinanders und ihre Bedingungen, indem er alternative Erfahrungsräume anbietet.

Für die vielteilige ArbeitNo Man is an Island“ (2014) entwickelte er in einem partizipativen Prozess mit Menschen aus unterschiedlichen fachlichen Hintergründen, wie der Psychologie, dem Baugewerbe oder der Anthropologie, eine Serie von Interventionen. Die Performer transportieren so zum Beispiel über die gesamte Laufzeit der Ausstellung Orangenbäume, folkloristisch anmutende Objekte oder Alltagsgegenstände zwischen den Ausstellungsorten in Frankfurt und Wiesbaden. Beim Positionieren der Dinge in den Räumen rezitieren sie Szenen und Texte. Inszenierung und Realität sind dabei nicht deutlich voneinander trennbar.

Die Performance dehnt sich räumlich über die gewohnten Grenzen des Ausstellungskontextes aus. Der Künstler beschäftigt sich mit dem Ausstellungsort und dessen Konventionen sowie seiner eigenen Position. Durch den Bruch mit den gängigen Narrationen einer Ausstellung, werden die Betrachter dazu eingeladen, ihre eigenen Wahrnehmungsmuster zu überprüfen. Die Arbeit entzieht sich einer Reduzierung auf räumliche und zeitliche Koordinaten und gesteht damit den Orten und eingebundenen Personen einschließlich der Betrachter ihre vielschichtigen Lesarten zu.



AUSSTELLUNGSORT:
Frankfurter Kunstverein und Nassauischer Kunstverein Wiesbaden


VYTAUTAS JUREVICIUS
No Man Is An Island, 2014
Performance und Installation