Alfred Boman


* 1981 in Lulea, SWE
lebt in Stockholm

Die zumeist großformatige Malerei von Alfred Boman entsteht in einem aufwendigen Prozess aus Zusammenstellung, Schichtung und Abkleben. Er kombiniert öl- und wasserbasierte Malerei auf verschiedenen zum Teil bedruckten Textilien als Leinwände. Ausgehend von einer Art automatischer Zeichnung entsteht ein Liniengerüst der Formen im Bild. Die Bilder negieren trotz ihrer reichen bis zu 20-fachen Schichtung sowohl formal als auch inhaltlich jegliche Bildtiefe. Stattdessen bewegen sich die Malereien streng an der Oberfläche, jedes Farbfeld offenbart, wie beim Blick durch ein Schlüsselloch, nur den jeweils obersten Farbauftrag. Auf der Suche nach dem „noch nicht Gesehenen“ kombiniert Boman eine „Symphonie“ extremer Farbgegenüberstellung mit dem Amalgam, verschiedener nicht planbarer chemischer Prozesse und folgt dabei den Parametern des Zufallsprinzips.

Seine Bildquellen entnimmt er aus Videospielen, Restaurant Interieurs, Psychedelia, Tribal-Tattoos und nicht westlicher Folk-Kunst in kitschiger Souvenir Marnier. Während „Larger world/ Merchant hag“ (2014) noch ein klassisches Wandbild ist, zeigt „Bat-Pit“ (2014) die jüngste Entwicklung in seiner Malerei. Bei einem Aufenthalt in Mexiko inspirierten ihn zur Entsorgung vorgesehene Metallskulpturen am Straßenrand dazu, Metall künstlerisch zu verarbeiten. Bei diesen Arbeiten wird die zeichnerische Formgebung seiner Bilder direkt in Metall umgesetzt, so dass er die zweidimensionalen Malereien gleichzeitig in eine Skulptur transformiert, Metallständer und Leinwände zu beiden Seiten bilden eine Einheit.



AUSSTELLUNGSORT:
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden


ALFRED BOMAN
Bat-Pit, 2014
Acryl, Sprühfarbe, Emaillelack, Klebeemulsion, Kleber auf Leinen, Eisen, Armierungseisen, 2,90 × 2,20 m
Courtesy Johan Berggren Gallery